Berlin Metal Legion - Zwischen Konzerten und Waynes World

Metal Guardian: Als wir vor vier Jahren das erste Mal über euch schrieben, wart ihr noch ein "Fanclub". Diesen gibt es nun nicht mehr. Hat sich die Idee nicht getragen?


Berlin Metal Legion: Der “Fanclub” war Anfangs ein einfaches Internetforum, aber der Zulauf war eher gering und es wurde sehr schnell, sehr still dort. Wir trafen uns gelegentlich noch mit ein paar Usern auf ein paar Bier in der Wikibar, aber auch das war eher selten. Doch dadurch entstanden wenigstens ein paar Freundschaften die heute noch existieren. Erst mit Myspace kam die Sache wieder insrollen bis wir dann Jahre später die Idee zur Website hatten.


Mittlerweile läuft es sehr gut für uns. Wir haben viel Feedback bei Facebook und zufriedenstellende Besucherzahlen auf unserer Website.>



MG: Euer Engagement in Sachen Konzerte und Szene Unterstützung ist aber weiterhin ungebrochen. Wo liegen aktuell die Schwerpunkte der Berlin Metal Legion?


BML: Das ist schwer zu sagen. In den letzten Jahren haben wir noch probiert, regelmäßig Konzerte mit Berliner Metalbands zu eranstalten, wie z.B. Im Slaughterhouse in Moabit. Das machen wir kaum noch, denn es lässt sich auf Dauer nicht finanziell umsetzten und auch auf Grund von anderen Veranstaltern wiederholen sich die Packages immer wieder. Das wird schnell langweilig als Fan. Im Momentkonzentrieren wir uns nur auf Bands und Musik die wir wirklich lieben. Wir melden uns dann meistens bei ihnen und versuchen sie dann so gut es geht in allen möglichen Belangen zu unterstützen. Ansonsten liegen unsere momentanen Schwerpunkte eindeutig bei der Verbesserung unserer internen Organisation, sowie die Planung einer neuen Website. Kurz gesagt: Das Verbessern was vorher nicht so gut lief ist unser momentanes Ziel.



MG: Leider vermisse ich persönlich den regionalen Anteil. Besonders auf eurer Newsseite überwiegen internationale Acts und das, obwohl ihr ja direkt an den Quellen sitzt.


BML: Den Teil vermisse ich persönlich auch und die eigentliche Idee war ja auch die Berliner Bands und die internationalen Bands auf einen Nenner zu bringen. Das dies nicht klappt hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen sind wir zu wenig Leute für die Newsredaktion und für eine tägliche Recherche-Arbeit reicht die Zeit bei uns nicht aus. Außerdem melden sich die Berliner Bands so gut wie nie bei uns. Dabei haben wir oft genug dazu aufgerufen. Ich kann die Bands, die sich wirklich engagieren an einer Hand abzählen.



MG: Wie seht ihr überhaupt die Chancen der Berliner Metal Szene? Die Clubschliessungen sind ja immernoch allgegenwertig.


BML: Das ist ein Thema über das ich stundenlang reden könnte, aber ich versuche es mal auf den Punkt zu bringen. Der Berliner Metaluntergrund läuft seit Jahren eher schlecht. Die Coreszene kann sich nicht beschweren, aber in Sachen Death, Thrash und Prog geht hier so gut wie nichts. Was die Clubs angeht, das ist ein schwieriges Thema.


Der ganze Mist ist eine Mischung aus dem Fehlverhalten der Stadt Berlin, den Fans, den Clubbesitzern, Grundstücksbesitzern und den Bookern.



MG: Woran sollten die Berliner Bands, Booker aber auch die Fans arbeiten?


BML: Die Bands sollten aufhören Berlin tot zu spielen, denn das ist schon seit Jahren ein Problem. Es gründet sich eine Band und schon geht der normale Auftrittszyklus los: Moshpit, Blackland, Werk 9, Irgendein Konzert von Mika Productions, dann irgendein Konzert von uns, dann wieder K17, usw.


Es sind immer die gleichen Daten und immer die gleichen Bands. Ich würde es besser finden wenn einige Bands mehr Zeit im Proberaum verbringen würden um ihre Spielfähigkeit zu verbessern und dafür nur 2-3 mal im Jahr hier auftreten. Hört auf von Alben zu träumen, sondern bringt dafür lieber eine ordentliche EP mit 4 starken Songs raus, die dann im Underground für Aufsehen sorgt. Geht zu euren Freunden und macht ordentlich Werbung für euch (Und damit meine ich nicht Facebook). Seid von euch begeistert! Und vor allem proben, proben, proben! Es spielt keine Rolle wenn eure Musik vielleicht nur Durchschnitt ist, so lange ihr eine gute Show liefert, denn nur Live lässt sich heute noch was reißen. Es bringt euch gar nichts im Studio zu schummeln, denn spätestens live bekommt man mit was los ist. Seid also auch ehrlich zu euch und den Fans.


Die Fans sollten endlich die großen Konzete boykottieren die keiner brauch und mehr Konzerte im Underground besuchen. Spart euch einfach bei eurer nächsten Sauftour 1-2 Bier und schon habt ihr den Eintritt für eine weitere Show! Niemand brauch jedes Jahr die gleichen Pagan, Heiden, Hate, Schlag mich tot – Feste. Wollt ihr nicht auch mal die


neuen Metallica entdecken und eine Band auf dem Weg nach oben unterstützen?


Über die Booker von Berlin rede ich erst gar nicht. Da geht es eh nur ums Geld. Es gibt aber noch ein paar gute Leute da draußen wie Micha (Mika Prod.) und Jockel (Necromorph) die wirklich mit dem Herzen im Berliner Underground sind. Naja, das ist halt ein schwieriges Thema, aber wer sich darüber mit mir mal unterhalten will kann das jederzeit machen.



MG: Und wie wird die Arbeit der BML künftig aussehen. Was plant ihr für die Zukunft?


BML: Im Moment arbeiten wir wie gesagt an der Organisation im Team und vor allem auch an dem Wohlempfinden bei der BML. Das haben wir leider lange vernachlässigt. Die BML Shirts müssen (!) endlich fertig werden und eine neue Website wird von meinem Partner Alex gerade geplant. Wir machen lieber langsame Schritte die nach und nach getan werden, als große schnelle Schritte. Das geht sonst zu schnell nach hinten los.



MG: Habt ihr drei aktuelle Empfehlungen für uns, was den Berliner und Brandenburger Metal angeht?


BML: Definitiv: Space Chaser, Rising Storm und Wearecrooks.



MG: Ein weiteres Projekte - Berlin Metal TV. Wie kam es zum deutschen Waynes World?


BML: Ich glaube es war die Idee von Jens Fischer (Ex-Placenta und Redakteur bei Berlin-Music.TV) und meinem Partner Alex plus viel Bier. So genau weiß ich es nicht mehr, weil ich da noch viel getrunken habe, aber dadurch das wir den Butcherroom im Orwohaus und die ganze Technik hatten, ging das aus der Laune heraus sehr schnell.


Ich weiß noch, das Jens ein Interview mit uns, also der BML geführt hat und eine kurze Zeit später kam es schon zur ersten Sendung.



MG: Hat MTV schon angefragt, euch das Format abzukaufen?


BML: Ne ne, aber ich denke das wir das auch garnicht wollen. Wir machen halt Semi-Profi-Trash und das soll auch schön so bleiben. Ohne Scheiss der Jens und der Alex sind wirklich bemüht professioneller und besser zu werden, aber man wird BMTV immer hassen, oder lieben. Wir sind halt manchmal ganz schön primitiv und fies, aber halt auch clever, ehrlich und lustig.



MG: Zusammen mit Berlin Music TV wurde ja schon einiges auf die Beine gestellt. Zum Beispiel die Live Stream Übertragung vereinzelter Metal Konzerte aus dem Orwo Haus. Wieviel kann man da noch rausholen, bzw. was kann man von BMTV noch erwarten?


BML: Ich denke man kann noch eine ganze Menge erwarten, denn Jens und Alex sind wie gesagt bei BMTV sehr daran interessiert immer besser zu werden. Ich auch, aber mein tun dort beschrängt sich nur auf einzelne Teile der Sendung, weil mir mein Studium nicht mehr Zeit her gibt. Wir können bei BMTV immer nur in einem bestimmten Rahmen der Möglichkeiten handeln, wie z.B. Was ist an Technik da? Wie sieht es in einem halben Jahr mit unseren persönlichen Zielen aus? Werden wir unsere Sponsoren behalten? usw.



MG: Zum Ende hin hätte ich ganz gerne noch fünf "kurze Metaller" mit Begründung in einem Satz von euch ...


Todesschreie oder Eunuchengekeife?


BML: Beides ist mir recht.


MG: Leder oder Jeans?


BML: Bei Jacken beides, ansonsten definitiv Jeans! Außer Manowar, die dürfen weiter Leder tragen. Das ist einfach zu lustig!


MG: Bier oder Wein?


BML: Ich trinke leider nicht mehr, aber dennoch würde ich immer Bier nehmen!


MG: CD oder Vinyl?


BML: Vinyl! Definitiv!


MG: Heute oder vor 25 Jahren?


BML: Heute!



MG: Dann dank ich euch für die Informationen und die letzten Worte gehören euch!


BML: Ich danke euch für das Interview und wer sich mal mit mir, oder dem Team der Berlin Metal Legion und dem Team von Berlin Metal TV über Metal unterhalten will kann das jederzeit machen. Wir freuen uns immer auf Feedback und geistreiche Diskussionen. Und verbreitet dieses Magazin hier, denn Print ist einfach geil! Und vorallem gibt es kaum noch gute Fanzines!





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http://www.berlin-music.tv



ds



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