Künstler hinter der Kunst - Fanart für die Band

Am Anfang steht die Idee. Die Quellen der Inspiration sind dabei vielfältig. Sepsyz Art zum Beispiel meint: “Dir können Filme, Lyrics, Träume oder auch kuriose Gespräche im Suff Inspiration bieten.


Natürlich kommen auch die Bands/Kunden mit eigenen Ideen zu einem und man baut diese dann gemeinschaftlich aus.”


Ketza GFX hingegen führt natürliche Gegenstände mit an: “Eine klassische Inspirationsquelle wie z.B. durch den Wald laufen oder auf dem Friedhof sitzen und nachdenken habe ich nicht.


Es sind eher einzelne Bilder, oder Objekte die ich sehe und aus denen ich mir dann direkt einen Entwurf im Kopf zusammenstelle. Wenn ich z.B. bei der Internetrecherche für ein Projekt Bilder suche, stolpere ich über ein Bestimmtes, welches ich mir dann zur Seite nehme und später in etwas Eigenes, Neues verwandele. Inzwischen bin ich mangels guten Vorlagen auch noch dabei das Fotografieren zu erlernen. Jedoch ist das momentan eher die Notlösung.”


Ähnlich sieht das auch Maximilian Schwan: “Um den Stil der Band möglichst gut einzufangen, höre ich in der Entwicklungsphase immer deren Musik! Meist habe ich vorher schon einige Ideen im Kopf, die nur auf‘s Papier gebracht werden müssen und mit den Bands zusammen genau ausgearbeitet werden um das passendste zu kreieren. Inspirationen dafür gibt es überall.”




Natürlich beeinflussen auch andere Künstler die Entstehung der Werke.


"Vorbilder beziehungsweise Lieblingskünstler gibt es viele. Ich bin ein großer Fan von Jacob Bannon (Sänger von Converge) und auch die Artworks für Baroness und Kylesa zählen zu meinen Favorites. Es gibt auch einige Street Art Künstler vor denen ich mich schon allein für die Ideen und Aussagen gern verneige.” führt Sepsyz Art ins Feld.


"Kris Verwimp, Dan Mumford, Skrymer (Finntroll), Bastibasti (Callejon), Marilyn Manson, Shawn (Slipknot) oder gerade Way (My Chemical Romance) um nur einige zu nennen die aus der Musikszene kommen. Aber auch Comic Illustratoren wie Mike Mignola (Hell Boy) sowie viele andere Künstler sind Vorbilder!” ergänzt Max.




Unserem Verständnis nach sieht ein Black Metal Cover ja nicht gerade einem Power Metal Cover ähnlich. In welchem Zusammenhang dabei das Genre der Bands steht, wird zum Teil unterschiedlich gesehen.


"Da ich ursprünglich aus dem Horrorcore Rap Bereich komme und früher auch für herkömmliche Rapper Cover erstellt habe, sind mir die Unterschiede zwischen den Szenen sehr bewusst. Sicherlich entspricht es der Norm das Black Metal Cover schwarz weiß gehalten sind und entweder vor Naturgewalten oder Pentagrammen strotzen und auf Heavy


Metal Covern Muskeln und Stahl im Vordergrund stehen, aber ich bin der Meinung, dass man sich von Klischees auch absetzen können muss. Leider sind die Musiker oftmals nicht dazu bereit sich von den gängigen Vorstellungen zu lösen, sodass es dann doch bei den szenetypischen Gestaltungen bleibt.


Ein schönes Beispiel für szeneuntypische Bildgestaltung finde ich, ist das Above This Cover für das Album Titanium.” so Ketza.


Für Sepsyz Art hingegen verschwimmen die Abgrenzungen. “Es gibt sicherlich genrespezifische Komponenten eines Designs. Zum Beispiel Gore/Grind etc. ist ja meist blutig und ziemlich direkt was Gewaltsituationen angeht, wogegen andere Richtungen eher düster, schlicht und geheimnisvoll wirken.


Ich hab da schon einiges gemacht – von Penis und Gedärm bis hin zu sehr ästhetischen Sachen für Bands die man nicht unbedingt damit in Verbindung setzen würde.


Das ist ja grad das interessante am „artworken“. Man kann ein komplett eigenes Image aufbauen und auch gern Grenzen und/oder Regeln brechen und erzielt trotzdem ein rund um stimmiges Produkt.”


Für Max steht die Individualität der Band im Vordergrund: “Klar haben die verschiedenen Genres unterschiedliche Stile, ob musikalisch oder visuell. Aber da ich sehr eng mit den Bands an deren Gestaltung arbeite ist es nie wirklich Genre gebunden, sondern Bband bezogen. Höchstens am Anfang werden die Klischees bedient um der band eine ungefähre Richtung zu zeigen, falls das nötig sein sollte! Ansonsten ist alles sehr individuell!”




Am wertvollsten sind einem natürlich die eigenen Erfolge. Ihre Lieblinge legen die Künstler wie folgt da: “Mein Lieblingsartwork ist meist immer das Aktuellste. Ansonsten sehe ich meinen größter Erfolg darin, für mich mein eigenes Magazin (Suplex Magazine) zusammen ich mit zwei anderen auf die Beine gestellt zu habe und ich mich mit stolz Chefgrafiker nennen darf.” sagt Sepsyz.


Auch für Max stehen die aktuellen Grafiken an erster Stelle. “Für meine aktuelle Ausbildung sollten wir ein Platten Cover für eine fiktive Band gestalten. Da ich persönlich keines meiner vorhergehenden Projekte bevorzugen möchte, ist dies mein aktuell persönliches Lieblingsartwort.


Ketza hat eine differenzierte und vorallem detailliertere Ansicht. “Das ist sehr verschieden. Viele Leute sehen nur das Endergebnis, aber nicht die Arbeit die dahinter steckt. Die Arbeit besteht ja nicht nur aus dem Zusammenfügen der einzelnen Objekte zu einem großen Ganzen. Die Bildersuche, das Fotografieren und das Absprechen mit den Fotografen wegen den Rechten dauert auch seine Zeit.


Ich finde es immer traurig zu sehen wenn CD Cover veröffentlicht werden, bei welchen man genau sieht, dass dort ein fertiges Bild genommen, ein bisschen an den Farben gespielt, die Schrift raufgesetzt wurde und es als ein eignes persönliches Meisterwerk ausgegeben wird.


Das Cover für „Above ThisTitanium“ zum Beispiel mag im ersten Augenblick nicht sehr hervorstechen, aber es ist ein gutes Beispiel dafür, dass eben nicht alle Szeneklischees bedient werden müssen. Viele hielten es für das Cover einer Black Metal Band, wunderten sich aber wegen der nicht dazu passenden Schriftzüge. Ich sehe darin aber vor allem die vielen kleinen aber aufwendigen Arbeitsschritte.


Eines meiner neuesten Werke, welches ich ohne konkreten Auftrag gefertigt habe, mag ich wegen seiner Farbharmonie, den Kontrasten, dem Spiel zwischen Licht und Schatten und vor allem wegen der generellen Stimmung.”




Den Blick in die Zukunft gerichtet, fragen wir uns, ob aus dieser Passion mehr als ein Hobby werden soll, fallen alle Antworten relativ gleichwertig aus. Vorwärts immer, rückwärts nimmer …


"Ich arbeite daraufhin das es kein Hobby bleibt! Sei es durch meine Ausbildung, ganz aktuell durch mein Praktikum in einer großen Berliner Textilveredelungsfirma, sowie meine Aufträge für Bands an denen ich arbeite. Hinzu kommt das ich auch Konzertfotos mache. Nur will ich nicht nur Logos und Schriftzüge entwerfen oder Fotos machen, sondern den kompletten Merchbereich abdecken. Daher zum Beispiel das Praktikum, um die besten Vorraussetzungen zu haben und genau zu wissen, was ist möglich, was wie wirkt, welche Farben und vor allem wie teuer für Band und Fan und, und, und! Also ich suche noch einen Job in die Richtung!”, stellt Max ganz klar fest.


Auch Ketza blickt voraus. “Da ich dieses Hobby schon seit einigen Jahren betreibe und mir alles was ich bis jetzt kann, selbst mit verschiedenen Tutorials und durch ausprobieren beigebracht habe, möchte ich es natürlich auch im Weiteren Verlauf meines Lebens betreiben.


Momentan arbeite ich an einem Fernstudium in dem Bereich. Mein Ziel ist es, irgendwann auch meinen Lebensunterhalt damit sichern zu können.”


Sepsyz ist bereit einen Schritt voraus und will auch weiter in diese Richtung marschieren. “Ich bin gelernter Mediengestalter und habe somit schon den ersten Schritt hinter mir. Ich bin fest angestellt in einem großen Unternehmen und verdiene mein Geld mit meinem Können und auch außerhalb des Jobs habe ich meine Kreativaufträge. In sofern habe ich quasi mein Hobby zum Beruf gemacht und bin auch noch sehr zufrieden damit.”




Im Idealfall findet jeder Topf einen Deckel. Im Fall von unsern Artworkern ist das nicht anders. Auf die Frage, wie denn der erste Kontakt im Normalfall zu Stande kommt, gibt es auch hier einen Grundtenor.


"In meinem Fall kommt das meist von selbst, da ich selbst in einer Band aktiv bin (Eradicated) und man dadurch einen viel besseren Draht zu anderen Bands hat und man durchaus auch über Artworks etc. redet. Ich glaube es ist von Vorteil wenn viele Leute kennt und sich damit einen großen potenziellen Kundenpool erarbeitet. Natürlich muss ich mich auch gut verkaufen können und Qualität meiner Arbeit vorweisen können.”, so Sepsyz.


"Also als Erstes denke ich ja, dass Künstler sich untereinander immer irgendwie automatisch finden. Und dank dem Internet wird einem die Kontaktaufnahme heutzutage enorm erleichtert. Ich bin in verschiedenen Foren aktiv. Wobei das Wichtigste immer eine gute Empfehlung ist.


Neben Aufträgen nach Vorlagen arbeite ich aber auch immer an eigenen Artworks die man auf meiner Seite ansehen kann.”, erörtert Ketza.


Und Max meint: “Zu Anfang bin ich an Bands persönlich heran getreten, nun aber werde ich bereits gefragt ob ich nicht Ideen hätte oder ob ich nicht etwas entwickeln könnte.





Wessen Interesse nun geweckt ist, kann sich direkt an unsere Künstler wenden! Anfragen sind natürlich gerne gesehen!




Sepsyz Art - http://www.facebook.com/sepsyz



Ketza GFX - http://www.facebook.com/ketzagraffix


ketzagfx@gmx.de



Maximilian Schwan - http://www.fb.com/pages/Troclate-Art/201908936541448


troclate@gmx.de






Unser Titelbild haben wir übrigens von Maximilian Schwan gestalten lassen.




ds


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