Cycle Beating - The Age Of Depression (2014)

Die 2012 gegründeten Cycle Beating starten in diesem Jahr mit ihrer eigenen Interpretation von Thrash Metal durch. THE AGE OF DEPRESSION überrascht mit fetten Songs und einer erfrischenden Ernsthaftigkeit.



Bei den Schwarzwäldern gibt es keine Gag-Songs oder bunte T-Shirts. Stattdessen regiert die Keule! Groovige Einsprengsel mit Hardcore-Schlagseite sind ausdrücklich Teil der Bandstilistik. Dennoch setzen die Jungs auch auf bewährte Strickmuster aus dem Thrash Metal, allerdings wirken die schnellen Drumparts gerade beim Titelsong fast schon behäbig und damit umso bedrohlicher.


Außerdem wird schnell klar, dass die Band auf Abwechslung abfährt: Cleane Gitarrenelegien ("254"), Gangshouts ("Still Sober") oder Black-Sabbath-Riffs ("Burning Down The Bridge") paaren sich auf THE AGE OF DEPRESSION mit räudigem Gitarrengeschrammel, Blastbeats und Breakdowns. Dabei bringen vor allem die schmutzigen Vocals von Robert Wagner einen angenehmen Old School-Touch in den Mix.


Diese Melange klingt wirklich düster und böse. Dennoch ist die Band nicht auf Brutalität ausgelegt, sondern wirkt melodiös und durchdacht. Vielleicht wie eine angepisste Version von Machine Head mit dem Sänger von Madball, der beschlossen hat, noch mehr zu growlen. Das alles mit runter gestimmten Gitarren. Hört euch einfach "Who Do You Think You Are" an, dieser Song vereint alle Stärken der Band!



Aufgenommen wurde die Platte übrigens in den Kohlekeller-Studios, mit Produktionen von Crematory oder Hämatom durchaus eine verlässliche Größe in der Szene. An dieser Stelle könnte man allerdings bemängeln, dass die Platte zwar sehr transparent und dick klingt, aber eben auch extrem sauber produziert wurde. Man würde bei einer derartigen Band vielleicht eine etwas räudigere Produktion erwarten, die etwas natürlicher bzw. weniger steril klingt. Andererseits gewinnt die Band ihre Härte offensichtlich nicht aus dem Chaos sondern aus kontrollierter Schroffheit.



Ich sage Cycle Beating jetzt einfach mal eine rosige Zukunft vorraus! Die Jungs haben ein mächtiges Debut auf den Markt geschmissen, touren viel und haben interessante Ideen und Songs zu bieten. Wahrscheinlich werden die Kompositionen, die auf THE AGE OF DEPRESSION mitunter etwas verkopft wirken, noch ausgereifter. Eigentlich kann es nicht lange dauern bis eines der großen Label bei den Schwarzwäldern auf der Matte steht.



CycleBeating-TheAgeOfDepression.jpg


Bewertung

Songwriting: 3/4

Sound: 3/4

Innovation: 1/2

Design: 2/2

GESAMT: 9/12


Anspieltipps: Who Do You Think You Are, Still Sover, The Age Of Depression



Band

Guitar / Vocals - Robert Wagner

Guitar - Kim Karcher

Bass - Lars Hummel

Drums - Niklas Maier




http://cyclebeating.de/

https://www.facebook.com/cyclebeating

    Kommentare