29.03.08 - Triumph Of Death im Knaack, Berlin

Die Vorfreude auf ein Konzert mit Asphyx, Drowned und Necrovation ist unfassbar groß, nein gigantisch - Zeitsprung! 30.03.08. Es hat sich gelohnt, aber lest selbst!



Mit einem infernalischen Intro beginnen Slugathor aus Finnland den Triumph-of-Death-Abend im bereits stark gefüllten Knaack Club. Obwohl die Band seit 2005 mit dem aktuellen Line Up spielt, hört sich das gesamte Set so an, als wenn aus den zweieinhalb Jahren drei Wochen geworden wären. So will bei mir also noch keine richtige Stimmung aufkommen. Den meisten Fans war das jedoch egal und die Party kam gut in Fahrt. Ausbaufähig war der Abend aber noch allemal.


Weiter geht’s mit den Jungspunden von Tribulation, die sich kaum einen besseren Paten für ein Cover aussuchen konnten als Morbid Angel.


Death Metal mit Thrash Einschüben Marke Altars of Madness ist ganz klar das Metier der fünf Schweden, die hier ganz tief in der Klamottenkiste gekramt haben. Man merkte der Band an, dass sie mit Herzblut bei der Sache waren und das zählt. Dass die Musik dabei noch verdammt gut war, kommt als Sahnehäubchen dazu, auch wenn leider die tolle Putrid-Rebirth-EP ungespielt blieb.



Setliste Tribulation


Seduced by the Smell of Rotten Flesh


Crypt of Thanatophilia


Curse of Resurrection


Unholy Blasphemies (Morbid Angel Cover)


Beyond the Horror


The Vampyre


Graveyard Ghouls



Bei Dead Congregation fragt man sich, ob man als Death Metal Band unbedingt mit einem langsamen, ca. 4-minütigen Instrumental das Set beginnen sollte. Nun, im Falle der Griechen darf man das wohl. Denn nach diesem „soften“ Teil folgt ein 40-minütiges knallhartes Death Metal Brett. Für ganze drei Gigs sind die Jungs nach Deutschland gekommen und im Knaack ist das Ende dieser Minitour.


Dem vertretenen Publikum in Berlin wird nochmal das ganze Können gezeigt. Einziger Kritikpunkt, der aber nicht der Band zuzuschreiben ist - während des gesamten Sets ist eine Rückkopplung zu hören. Nichtsdestotrotz wird gebangt, was das Zeug hält!



Setliste Dead Congregation


Martyrdoom


Vomitchrist


Morbid Paroxism


Auguring and Eternal War


Subjugation


Vanishing Faith


Lucid Curse


Feasting Angelcunt



Einen geringen Anteil Einheimischer bildete an diesem internationalen Abend das Berliner Urgestein Drowned, das geschickt seinen okkulten Death Metal mit einigen Doom Elementen und einer gehörigen Portion Atmosphäre auflockert. Wer Death Metal aus den Anfangstagen liebt, war an diesem Abend in Berlin an der richtigen Stelle, denn der Untergrund spielte seine Asse gekonnt aus, was man an der überragenden Bandauswahl und am Publikum, das aus allen Winkeln der Welt kam, merkte.


Aber jetzt zurück zur Band, denn musikalisch betrachtet sind Drowned eine Wucht und zu Unrecht noch nicht bekannter in unseren Breiten, aber davon merkte man an diesem Abend nicht sonderlich viel, denn vor der Bühne wurde es für 45 Minuten noch ein Stückchen enger und man brachte der Band die Ehrerbietung entgegen, die sie verdient, auch wenn der Sound nicht unbedingt optimal war.



Setliste Drowned


Intro (Instrumental)


Embrace The Beast


Key To The Lunar Waters


Descent From The Blue Trees


In The Shrines Of The Kingly Dead (Tiamat-Cover)


Viscera Terrae


Black Streams Flow To Deathlike Salvation


Abyssic Dead, They Sing For Me



Als Nächstes machten sich Necrovation auf den Weg, um mit ihrem ersten Gig außerhalb Skandinaviens Berlin in seinen Grundfesten zu erschüttern.


Mit dem Killer-Debüt Breed Deadness Blood im Gepäck, welches jetzt bereits verdammt gute Chancen hat in meiner Top-5 des Jahres zu landen, war es ein Leichtes, einen astreinen Gig abzuliefern und das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Allerdings machte der Tontechniker dem Trio einen Strich durch die Rechnung, denn die Hinweise von Sänger Seb, wie man die Monitorboxen einpendeln sollte, wurden den gesamten Auftritt hinüber gekonnt ignoriert. Der Stimmung vor der Bühne tat das aber kaum einen Abbruch. Auch wenn es recht heftig war, was dort geschah! Rücksicht scheint für viele mittlerweile eher ein Fremdwort zu sein, als dass es fest im eigenen Wortschatz verankert ist. Wie erklärt man sich sonst den „Höhepunkt“ des Abends, nämlich einen Moshpit direkt neben einem Rollstuhlfahrer. Dieser und seine Freunde hatten ständig damit zu kämpfen, dass keine Leute auf ihm landeten. Nach Spaß sah das zu keiner Sekunde aus und es warf auch seine Schatten auf den ansonsten gelungenen Auftritt der Schweden.



Setliste Necrovation


Dead Faith’s Purulence


Dark Reverie


Black Spree


Seal The Gates


Rigormortic Mind


Crush Imp Widower


Carnal Bleeders


Breed Deadness Blood



Wenn es eine Death Metal Band schafft, gestandenen Männern die Tränen in die Augen zu treiben, dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit DIE Death Metal Maschinerie schlechthin, Asphyx! Seit letztem Jahr machen die 4 Holländer wieder die europäischen Bühnen unsicher und sie sind einfach nur eine Klasse für sich! Der gesamte Knaack-Klub feiert die Band von der ersten Sekunde an, es werden Sprechchöre angestimmt, Texte inbrünstig mitgesungen und gebangt, als gäbe es kein Morgen mehr!


Wannes und Paul stehen den Bangern vor der Bühne in nichts nach und spielen dabei zusammen mit Bob so treffsicher, als hätten sie nie etwas anderes gemacht und die Bandauflösung hätte sowieso nicht stattgefunden. Was für ein Szenario! Der Herrscher über diese wilde Meute ist ganz klar der scherzende, bilingual sprechende Martin Van Drunen, dem die ersten Reihen aus der Hand fraßen. Mit jedem neu angekündigten Lied entfesselte die Band aufs Neue eine Bestie, die aus den Boxen direkt ins Publikum sprang, dort ihr Unwesen trieb und sich in den Nacken der Menschen verbiss. Was für ein Auftritt! Was für eine Setliste! The Rack is Back!



Setliste Asphyx


Vermin


MS Bismarck


The Krusher


The Sickening Dwell


Serenade In Lead


Pages In Blood


Food For The Ignorant


Abomination Echoes


Asphyx (Forgotten War)


Wasteland Of Terror


The Rack


The Last One On Earth


Rite Of Shades


Evocation



Gegen 0.50 Uhr ist dann ein fantastischer Abend vorbei, an dem Iron Bonehead wieder einmal bewiesen hat, dass man auch für wenig Eintrittsgeld hervorragende internationale Bands zusammentrommeln kann und bereits am Jahresbeginn ein Konzert-Highlight entfachen kann. Einziger Wehrmutstropfen waren die überaus aggressiven Fans, die noch Wochen später bei mir einen faden Beigeschmack an einen ansonsten tollen Konzertabend hervorriefen.



ipp+dk

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