Master - An Epiphany Of Hate (2016)

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Eigentlich sollte inzwischen jeder halbwegs ernsthafte Death Metal-Maniac die Geschichte um Zottelmonster Paul Speckmann kennen. Nicht die Schweizer haben es erfunden, sondern Bands wie Possessed, Slaughter oder eben Master. Die wiederum treiben schon seit 1983 ihr Unwesen. Wenngleich der ganz große finanzielle Durchbruch nicht gelingen wollte, genießt gerade das Urgestein Paul Speckmann im Underground mindestens Kultstatus und wird mancherorts verehrt wie ein Heiliger.



Seit seiner Übersiedlung von den USA nach Tschechien hat der kreative Output des Bandleaders auch noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen. An Epiphany Of Hate ist bereits das 13. Master-Album insgesamt und das Neunte seit der Jahrtausendwende. Unterstützt wird dieser Trend sicherlich durch Speckmanns erstklassige Mitstreiter: Zdeněk Pradlovsky (Drums) und Alex Nejezchleba (Gitarren) stehen dem Sänger und Bassisten seit 2003 zur Seite und helfen auch in Sachen Produktion tatkräftig mit.



Natürlich liefert das Trio auch auf dem vorliegenden Studioalbum gnadenlos ab. Master haben ihre musikalische Identität längst gefunden und so überrascht es nicht, dass bereits der starke Opener "Subdue The Politician" alle Trademarks des klassischen Extreme Metals der frühen 80er Jahre vereint: Rumpelnde Drums, schwirrende Riffs, pumpender Bass und dann diese Stimme! Paul Speckmann ist einfach mit einem unfassbar eindringlichen Organ gesegnet, das wahrscheinlich in einem vollbesetzten Fußballstadion immer noch deutlich herauszuhören wäre.



Niemand erwartet von der Band großartige Sprünge in Sachen Komposition oder (Satan bewahre!) eine musikalische Neuerfindung. Das Trio weiß, was es am besten kann und kostet das während der kompletten 52 Minuten Spielzeit erbarmungslos aus. Allerdings laufen die ersten Tracks etwas zu gleichförmig durch. Hinten raus wird die Platte tatsächlich stärker, einfach aufgrund der ausgeprägteren Variation: Das Tempo wird zum Beispiel in "Just Take My Right Arm" erstmals deutlich angezogen, in "People Of The Damned" erfährt die Gitarre einen etwas schwärzeren Anstrich und zu "Red Alert" wird dann auch endlich die Groove-Sau durch das Tschechische Dorf getrieben!



Diese Kritikpunkte wiegen aber nur marginal. Master haben erneut ein bockstarkes Album vorgelegt, an dem sich der Nachwuchs sicherlich einige Zähne ausbeißen wird. An Epiphany Of Hate zeigt, dass Paul Speckmann auch nach über 30 Jahren nichts verlernt hat und in dieser Form hoffentlich noch lange weiterrockt!





master-cover-epiphany.jpgBewertung

Songwriting: 3/4

Sound: 3/4

Innovation: 1/2

Design: 2/2

GESAMT: 9/12



Band

Paul Speckmann - Gesang, Bass

Zdeněk Pradlovsky - Schlagzeug

Alex Nejezchleba - Gitarre




http://www.master-speckmetal.net

https://www.facebook.com/Master-18521536017

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