Boba Cat - Boba Cat (2017)


Grundsätzlich ist es sehr erfreulich, in der Region endlich mal wieder eine Band zu entdecken, die ganz bewusst dem Brutalitätswahn abschwört und einfach mal wieder mit dreckigem Rock'n'Roll um die Ecke kommt. Boba Cat folgen genau dieser Maxime und kreuzen ihren Classic Rock zusätzlich mit allerlei Unsinn: Pubertär-alberne Lyrics, Konfetti-Kanonen und ulkige Perücken. Was wirklich zählt, ist aber nun mal die Mucke und hier kann die Band aus Berlin und Potsdam durchaus einige interessante Ansätze vorweisen.


Zunächst einmal nimmt bei Boba Cat die Hammond-Orgel eine zentrale Rolle im Mix ein - in unseren Breitengraden definitiv ein Alleinstellungsmerkmal. Dadurch schwingt auf dem kompletten Album ein allgegenwärtiger Deep Purple-Vibe mit, der zusätzlich durch Verwendung klassischer Ritchie Blackmore-Licks gesteigert wird. Vor allem in der zweiten Albumhälfte präsentiert Tastenmann Eric High Def einige exzellent-abgeschmauchte Soli. Dazu scheppert die restliche Band vorwiegend im Mitteltempo mit Metalriffs angereicherten Hard Rock.


Eine optimale Spielwiese für Sänger Buzz Dee (nein, nicht der Knorkator-Griffbretthexer!), der auch die höheren Lagen locker im Griff hat und mit variablen Interpretationen sicher der zweite Fixpunkt der Truppe ist. Natürlich profitiert er dabei von der professionellen Produktion, die vielleicht für diese Art Musik sogar etwas zu gebügelt und sauber ist.


Wirkliche Klasse beweisen Boba Cat immer dann, wenn sie von ihrem Schema F abweichen: Auf "The Devil(s) Fist(s)" regiert ein heavy Triolenriff, "Speedrace" ist eine Kreuzung aus Metallica und Rainbow, in "Steelhammer" überrascht die Band mit einer erstklassigen Manowar-Bridge. Diese Songs bleiben wirklich hängen, während der Rest der Platte leider reichlich unspektulär vor sich hin puckert. So bleibt am Ende ein gut produziertes Album mit guten Ansätzen, dass aber eben noch nicht vollständig überzeugen kann. Vielleicht sollten sich die Jungs etwas mehr auf das Wesentliche konzentrieren, als auf das Brimborium drumherum - dann wird Album Nummer zwei ein Volltreffer!


Eine Anmerkung noch: Frauengestöhne in Songs ("Barely Legal") einzubauen ist cool, wenn man Monster Magnet oder Carnivore heißt. Sonst kommt das doch eher lächerlich...



Bewertung




Songwriting: 2/4

Sound: 3/4

Innovation: 1/2

Design: 1/2

GESAMT: 7/12


Tracklist

  1. Green Sex Machine
  2. Shit Happens
  3. Speedrace
  4. Take Heroin (Do The Boba)
  5. The Devil(s) Fist(s)
  6. Barely Legal
  7. Rocket Of Love
  8. You Want Me (...And You Know It)
  9. Steelhammer
  10. Piggy Burnin' Belly
  11. Eat Flesh
  12. Boba Punjabi Masala


Band


Buzz Dee - Gesang, Gitarre

Eric High Def - Orgel

Joe Kartoffel - Bass

Buffalo Till - Schlagzeug


https://www.facebook.com/bobacatband

https://www.boba-cat.com/


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