Betalmand - Wüstenplanet (2017)


Schnellschüsse verboten! Satte 12 Jahre mussten die Fans auf das Debütalbum von Betalmand warten. Noch vor kurzem mussten die Schlüsselpositionen Gesang und Bass neu besetzt werden. Angesichts der hohen Erwartungen, die die Band durch unzählige Konzerte geschürt hat, ist die Veröffentlichung der Platte sicherlich kein Spaziergang, denn mehr denn je muss der erste Schuss sitzen. Die Death Metal-Kompanie aus Berlin und Potsdam hält diesem Druck aber locker Stand, denn Wüstenplanet ist ein Album wie aus einem Guss.


Vorwiegend im mittleren Tempo walzt sich die Band durch die sechs Songs des Albums und weckt häufig Erinnerungen an die seligen Bolt Thrower - überhaupt scheinen die Briten auf Wüstenplanet ein ums andere Mal Pate zu stehen, sei es beim markerschütternden Gitarrensound oder der bedrohlich schleppenden Grundstimmung im Titelsong. Dabei verlegen sich Betalmand aber nicht auf plumpes Kopieren - vielmehr drücken vor allem die deutschen Texte dem Album einen eigenen Stempel auf. Altsänger Pepito trägt diese im Übrigen auch extrem entschlossen und zielsicher vor, eine amtliche Vorlage für seinen Nachfolger Jörn!


Besondere Auszeichnung verdienen sich aber die Gitarristen Daniel und Felix für ihre extrem hymnischen und teilweise ergreifenden Soli. Sie wecken Assoziationen von einem zarten Löwenzahn, der auf dem Schlachtfeld erblüht, um sogleich von den einfallenden Horden (in Form von stahlberwehrten Killerriffs) zertrampelt zu werden! In Szene gesetzt von einer Produktion, die der Band auf den Leib geschneidert ist: Der Gitarrensound ist wie bereits angesprochen eine Wucht, jede Bassnote fühlt sich an, wie ein Schlag in die Magengrube. Lediglich die Drums könnten etwas mehr Durchschlagskraft vertragen.


Fest steht: Das Warten hat sich gelohnt. Wüstenplanet ist ein veritabler Erstschlag geworden, der im Falle der Potsdamer bzw. Berliner Band längst überfällig war. Etwas mehr Variablität würde Betalmand zwar hier und da gut zu Gesicht stehen, aber Songs wie der Bandklassiker "Panzerwelt" oder das brutale "Auf Biegen und Brechen" sind eine Ansage, die sich jeder Death Metal-Fan zu Gemüte führen sollte.


Bewertung


Songwriting: 4/4

Sound: 3/4

Innovation: 1/2

Design: 1/2

Gesamt: 9/12


Tracklist

  1. Napalm
  2. Panzerwelt
  3. Wüstenplanet
  4. Vollgas
  5. Auf Biegen und Brechen
  6. Golem


Band


Jörn - Gesang

Daniel - Gitarre

Felix - Gitarre

Maike - Bass

Didi - Schlagzeug


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