Bearded Bastards - Beardhammer (2017)

Im Jahr 2015 gingen die Bearded Bastards aus den Überresten von Step Into The Hellgarden hervor und bereits bei den ersten Live-Shows konnten die Bartträger beweisen, dass sie mit ihrem teilweise doch recht rumpeligen Vorgänger nicht viel gemein haben. Vielmehr wurde die Axt ausgepackt: Bösartig groovender Death Metal, der durch die Fokussierung im Headbang-gerechten Midtempo wie für die Bühne gemacht ist.


Auf ihrem Debütalbum Beardhammer setzen die fünf Potsdamer diesen Stil nahtlos fort: Die Doublebass wird angeschmissen, die Gitarren in Richtung Hölle gestimmt und ab geht die Fahrt! Einmal mehr schielen die britischen Death-Götter Bolt Thrower um die Ecke, die Klampfer Chita und Steppo fühlen sich aber auch auf schwedischem Territorium wohl - so werden beim Intro von "To Dead To Live" Erinnerungen an Augenring-Peter und Hypocrisy wach. Besonders fett wird es dann, wenn Mikrofonschwinger Dirk in seinen bösartigen Grunts noch Unterstützung seiner Gitarrenkollegen erhält - Death Metal-Gangshouts vom feinsten!


Die Bearded Bastards ziehen ihren Gesichtshaarfetisch im Übrigen auch beinhart über die komplette Scheibe durch und schaffen dabei ein vollständiges Konzeptalbum und natürlich auch ein Alleinstellungsmerkmal: Der "Bart des Schicksals" und die "Big Beard Ballad" lassen grüßen. Leider geht der Platte etwas die Durchschlagskraft flöten, da vor allem der Drumsound noch nicht hundertprozentig zu Ende gedacht scheint: Irgendwie muss man sich richtig konzentrieren, um die Salven von Drummer Marco vollständig mitzubekommen. Etwas mehr Wucht hätte der Schießbude sicherlich gut getan, um die Power die man von den Live-Shows der Truppe kennt, auch adäquat auf Platte zu bannen.


Dennoch ist Beardhammer ein überzeugendes Debütalbum geworden. Auch wenn die Band ihren Stil vielleicht noch etwas zu stringent verfolgt, haben es einige fette Songs auf die Platte geschafft. Der letzte Song "Eastneck Rebell" zeigt die richtige Richtung: Cleanes Intro und dann wird zum ersten Mal auf der Platte ein bisschen auf's Gaspedal gelatscht. Solch Variabilität wünscht man sich auch in Zukunft von den Bearded Bastards und dann steht höheren Weihen nichts mehr im Wege.


Als Zugabe gibt es übrigens eine absolut hörenswerte Live-Version von den diesjährigen Frostfeuernächten: "Das Aussterben der Bartwale".


Bewertung

Songwriting: 3/4

Sound: 3/4

Innovation: 1/2

Design: 2/2

Gesamt: 9/12


Tracklist

  1. Intro
  2. Nekromant
  3. By The Graves Depths
  4. To Dead To Live
  5. Bart des Schicksals
  6. Big Beard Ballad
  7. Beardhammer
  8. Eastneck Rebell
  9. Das Aussterben der Bartwahle (Live FFN 2017)


Band


Dirk - Gesang

Chita - Gitarre

Steppo - Gitarre

Marco - Schlagzeug

Hempel - Bass


https://www.facebook.com/baertigebastarde/




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