Whats Your Metal - Keine Frage des guten Geschmacks, sondern der Einstellung


Wie kam es zu der Idee eine neue Metalveranstaltung aus dem Boden zu stampfen? Was steckt dahinter?


Ich bin seit meinem 14. Lebensjahr fest in der Metalszene verankert und viel auf Konzerten, u.a. auch mit und durch die eigenen Metalbands und durch das ganze Netzwerk, welches sich da so drum herum aufgebaut hat. Da ich selbst seit Jahren viele Konzerte veranstalte, wollte ich mich gerne mal auf das Genre konzentrieren, in welchem ich mich zuhause fühle. Da bestehen ja logischerweise auch die meisten Kontakte zu Bands und anderen Veranstalter*innen oder Bookern. Neben dem Metal Keller in Potsdam gibt es zwar hier und da Metalkonzerte, doch mir fehlte da eine gewisse Regelmäßigkeit. Eine Konstante, wenn man so will. Ich wollte einen Treffpunkt und Möglichkeiten für die Szene schaffen sowie für auftretende Bands gute Rahmenbedingungen für Shows ermöglichen Das war und ist meine Motivation.



Wie schwer ist es heutzutage eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen?


Ich sage es mal so. Als die erste Whats Your Metal Veranstaltung lief, war ich sehr positiv überrascht von der doch hohen Anzahl an Gästen. Diese Zahl ist über die vier Veranstaltungen auch fast konstant geblieben, also der feste Kern der Szene ist schon mal erreicht und das Interesse da. Die Schwierigkeit wird sein, darüber hinaus zu kommen. Insgesamt ist die Herausforderung bei der Konzertreihe, auf den richtigen Kanälen Werbung zu machen und auch in Berlin die Szene zu erreichen. Das ist mir ein großes Anliegen, da der Lindenpark nun mal auf dem Weg von Berlin nach Potsdam liegt. Allerdings herrscht ein so großes Angebot in Berlin, dass es schwer ist, sich damit über die Stadtgrenzen von Potsdam zu bewegen – selbst wenn Berliner Bands spielen.



Potsdam ist ja nicht gerade als das Metal Mekka bekannt. Gibt es keine Befürchtungen, dass es schnell zu einer Übersättigung wie vergleichsweise in Berlin kommen könnte?


Ja die Befürchtung hatte ich tatsächlich. Zwar muss ich sagen, dass neben dem Metal Keller nicht so viel Metal in Potsdamer Clubs geboten wird und somit kein wirkliches Überangebot herrscht, doch ich wollte lieber keine Konzertreihe etablieren, die monatlich stattfindet. Von der Motivation her hätte ich das gerne gemacht, um wirklich auch eine ganz klare Konstante in den Veranstaltungen zu haben. So finden sie quasi in ungefähren Zeitabständen statt und bieten nicht wie der Metal Keller ein festes Datum im Monat. Aber vielleicht muss das auch gar nicht sein. Whats Your Metal findet im Jahr 2018 fünf mal statt und im nächsten Jahr vier mal. Ich denke, das ist eine ganz gute Anzahl, ohne dass es übersättigend wirkt.



Allgemein betrachtet, würdet ihr zustimmen, dass die Potsdamer Metal Szene in den letzten Jahren langsam aus ihrem Tiefschlaf erwacht ist und wieder an Fahrt aufnimmt?


Aus der Sicht des Szenegängers würde ich da zustimmen, ja. Ich denke, die Szene ist hier nicht riesig, aber sie ist zuverlässig bei Metalevents vertreten und zeigt sich. Sie kann sich bei Whats Your Metal gerne noch ein bisschen mehr zeigen. ;)

Aus der Sicht einer Gitarristin in dem Genre muss ich allerdings sagen, dass bandmäßig in Potsdam nicht so viel in dem Genre los ist. Wir haben unsere ganz zuverlässigen Vertreter wie Betalmand, Sunna Sepdoom und so weiter, doch im Metalcore Bereich zum Beispiel fällt mir derzeit nur meine Band Red Cardinal ein. Metalstile wie Power Metal, Gothic Metal oder ähnliches vermisse ich noch ein bisschen. Aber vielleicht gibt es ja genau in diesem Moment Musiker*innen, die genau diesen Plan aushecken. :)



Was macht die Potsdamer Szene so besonders, beziehungsweise ist sie denn überhaupt etwas besonderes?


Ich persönlich empfinde die Metalszene in Potsdam als sehr familiär. Bei Metalevents sind stets viele am Start, auch bei Whats Your Metal. Man supportet sich gegenseitig und gibt auch neuen Konzerten Chancen. Das finde ich großartig, denn in manchen Szenen ist nur das gut, was schon lange existiert. Da hätte Whats Your Metal als neue Konzertreihe keine Chance gehabt.



Mit dem Lindenpark habt ihr eine altehrwürdige Location gefunden, welche in der jüngeren Vergangenheit dem Metal eher weniger Platz eingeräumt hat. Dies scheint sich nun auch mit diversen anderen Konzerten wieder etwas zu wandeln. Warum habt ihr euch für die Stahnsdorfer Straße entschieden und nicht zum Beispiel die etwas zentraler gelegenen Möglichkeiten wie Archiv oder Freiland?


Das ist eine interessante Frage. Ich habe in allen drei Locations seit 2014 immer wieder veranstaltet und auch gemeinsam mit Alex das ein oder andere Konzert im Archiv organisiert. Das sind großartige Locations und es hat uns immer viel Spaß gemacht. Da ich im Lindenpark aber meine duale Ausbildung gemacht habe und den Konzertsaal einfach unglaublich gut finde, wollte ich auch genau da anknüpfen.

Der Saal hat ganz viel Potential und die Rahmenbedingungen im Lindenpark sind ideal – sowohl für uns als Veranstalter, als auch für die Bands und die Gäste. Ich habe meine Schwierigkeiten damit, wenn gesagt wird, der Lindenpark ist so „schwer“ zu erreichen oder man fährt so „lang“. Persönlich stellt sich da bei mir die Frage: Was ist denn mit den ganzen Berliner Clubs? Sind die denn in 10 Minuten zu erreichen? Definitiv nicht. Der/Die Potsdamer*in setzt sich eine Stunde in die S Bahn, um in die Warschauer Straße zu kommen, aber 30 Minuten Weg zum Lindenpark sind zu viel? Ich finde, da stimmt was nicht. Der Lindenpark ist außerdem aus Berlin gut zu erreichen und man kommt nachts auch zur Not nach Babelsberg zum Nachtbus. Natürlich sind das freiLand und das Archiv unschlagbar in Sachen Erreichbarkeit. Aber jeder Club hat anderes zu bieten und ich habe die Herausforderung mit der Lage des Lindenparks ganz bewusst auf mich genommen, da ich gerne mal das Denken mancher Menschen durchbrechen möchte. Der Club hat Aufmerksamkeit verdient und bietet für alle einfach professionelle Bedingungen zur Umsetzung der Veranstaltungsreihe.



Was augenscheinlich sehr gut funktioniert, sind die lokalen Absprachen. Es gibt nach Möglichkeit keine Überschneidung mit anderen Potsdamer Veranstaltungen wie beispielsweise dem Metal Keller. Konkurrenz ist also ein „Fremdwort“?


Genau, das war auch mit meine erste Regel. Ich möchte mit Whats Your Metal keine Gegenveranstaltung oder Konkurrenz eröffnen, sondern das Angebot für die Szene ergänzen. Der Lindenpark ist bei Terminfindungen für die Veranstaltungen sehr entgegenkommend, obwohl der Veranstaltungsplan natürlich in dem Haus auch schon für nächstes Jahr stetig voller wird. Ich habe daher nicht immer einen ganz klaren drei oder vier Monatsrhythmus für die Konzertreihe kriegen können, doch es gelang uns immer, einen Samstag als Veranstaltungstag zu nehmen. Eine Ausnahme ist der 30.11.18, welcher sich aber zum Beispiel nicht mit dem Metal Keller beißen kann, der immer am zweiten Freitag des Monats stattfindet.

Es wird sich vermutlich nie gänzlich vermeiden lassen, dass mal ein Metalkonzert in Potsdam auch auf das Datum eines Whats Your Metals fällt. Ich kann nur anbieten, wenn Veranstalter*innen bei der Organisation eines eigenen Konzerts sicher gehen möchten, dass sich das nicht überschneidet, schreibt uns einfach an und fragt nach unseren Terminen. Die für 2018 stehen bereits alle auf der Facebook Seite und auch die Termine für 2019 habe ich bereits. Dazu können wir jederzeit Auskunft geben. Unterstützung in der Szene ist wichtig und dazu gehört auch, dass man sich möglichst keine Konkurrenz macht :)



Mit der vierten Ausgabe auf dem Buckel, was waren bisher eure persönlichen Highlights der Whats Your Metal Reihe?


Mein persönliches Highlight war direkt die hohe Gästeanzahl der ersten Veranstaltung – das zeigte mir, dass Interesse da ist, was mich sehr gefreut hat. Ein weiteres Highlight war das Konzert am 02.06.18 mit Cypecore. Das sind echt sympathische Musiker und die Stimmung im Lindenpark war großartig! Genau so wünsche ich mir die weiteren Konzerte. Natürlich dürfen die Gäste noch ein paar Freunde mitbringen, damit der Laden irgendwann mal richtig voll wird. Das wäre schon eine geile Sache! ;)


Welches Feedback, positiv wie negativ, habt ihr von den Bands und Besuchern bekommen?


Die Bands haben sich bisher alle sehr wohl gefühlt, insbesondere durch die guten Rahmenbedingungen der Location und unserer Betreuung. Alex und mir ist es wichtig, dass die Musiker*innen haben, was sie brauchen und dass sie eine strukturierte Organisation vorfinden, um sich ganz auf ihre Show konzentrieren zu können. Von den Gästen haben wir bisher auch sehr positives Feedback bekommen. Einige kamen bei der ersten Veranstaltung zu mir und meinten, sie sind froh, dass es wieder mehr Metalkonzerte gibt, insbesondere auch im Lindenpark. Und wenn die Menschen immer wieder da sind, ist es das schönste Feedback, was man erhalten kann. Bei der letzten Veranstaltung wurde übrigens auch positiv hervorgehoben, dass das Bier einen Special Preis hatte – ich versuche daran festzuhalten. ;)



Und was würdet ihr euch im Gegenzug von Gästen und Kombos wünschen?


Dass sie auch in einem Jahr immer noch Bock auf Whats Your Metal haben und am Start sind! Wir wünschen uns euren Support, also teilt die Veranstaltungen gerne mit euren Freunden und arbeitet mit uns gemeinsam daran, den Lindenpark mal richtig voll zu machen.



Nummer vier, die Juni Ausgabe, wurde ja zusätzlich auch als Wacken Warm Up Party deklariert. Wie kam es denn zu dieser Kooperation?


Alex, mein Mitveranstalter, hatte den Kontakt aufgebaut. Er hatte die Idee, aus der Aftershow Party eine Wacken Warm Up Party zu machen und meinte, dass diese Warm Up Partys offiziell unterstützt werden können. Somit haben wir uns nach den Rahmenbedingungen erkundigt und eine tolle Kooperation hinbekommen.



War der Wacken Effekt denn spürbar? Bei manchen ist das W:O:A in Sachen Metal ja eher verpöhnt.


Ich sage mal so, wir hatten durch die Partymusik in den Pausen und nach dem Konzert stets geile Stimmung im Lindenpark und durch die Verlosungs-Aktionen, die wir mit den Wacken Goodies gemacht haben, auch immer ein bisschen Aktion. An solchen Ideen möchten wir gerne festhalten, dazu braucht es ja nicht immer eine Kooperation. Aber diese Kooperation hat einiges bei uns angeschubst und tat uns werbetechnisch auch ziemlich gut. Wir waren sehr zufrieden mit der Möglichkeit und haben auch kein negatives Feedback diesbezüglich erhalten.



Wie wird es denn im September und November weitergehen? Können unsere Leser schon einen kleinen Ausblick auf die nächsten beiden Veranstaltungen erhaschen?


Also, im September und November gibt es wieder vier Bands auf der Bühne – die Metalstile sind insbesondere in diesen Veranstaltungen sehr vielfältig und bieten sicherlich die ein oder andere Überraschung.

Im November haben wir noch einen Special Guest aus dem Norden dabei. So viel sei zu diesem Zeitpunkt verraten. Natürlich gibt es wieder unsere Metal Disco und der Eintrittspreis bleibt konstant wieder bei den 8 bis 10 Euro.



Und ein wenig weiter geschaut, wo sehr ihr die Whats Your Metal Reihe in fünf Jahren?


Wir sehen die Veranstaltungsreihe nach wie vor aktiv in Potsdam verwurzelt – als Szene Treffpunkt mit geiler Live Musik und bester Stimmung. Hammermäßig wäre es, wenn wir bis dahin mal einen ganzen Whats Your Metal Festivaltag organisiert bekommen … stay tuned!



Standesgemäß überlassen wir den Protagonisten die letzten Worte des Interviews. Also dann, Feuer frei:


Metalheads, gebt uns die Chance mit euch weiter zu wachsen! Supportet uns gerne und schreibt uns euer Feedback zu Whats Your Metal! Wir wollen den Bands und euch geile Shows bieten und die Metalszene in Potsdam noch mehr zusammenbringen. Macht den Lindenpark mit uns voll und stay tuned!





Das Whats Your Metal Team ist:

Lea Czullay, Alex Miller

Das Interview beantwortete Lea Czullay.




HOMEPAGE

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NÄCHSTE EVENTS

Sa, 08.09.2018 | Fr, 30.11.2018 | Sa, 19.01.2019 + Upcoming Shows 2019


KONTAKTADRESSE

Lea Czullay


booking(at)whatsyourmetal(punkt)de

presse(at)whatsyourmetal(punkt)de



     




Fotos: Promo -Whats Your Metal + Metal Guardian Mag

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