29. - 30.08.09 - 1. Mittelalter und Rock Festival, Berlin

Das bereits im Frühjahr mit dem kompletten Line Up angekündigte I. Mittelalter und Rock Festival fand vom 29. bis 30. August auf dem Hof des Schützenvereins "Schönholzer Heide" e.V. in Pankow statt. Ein beschauliches Open Air Gelände, welches viel Potenzial für künftige Konzerte in der Hauptstadt besitzt.



Der guten Auswahl des Geländes steht allerdings die sehr ungünstige Konstellation der Runnig Order gegenüber. Klar sollte des Festival mit seinem Billing eine Vielzahl von Fans anziehen, aber die beiden einzigen Metalbands an zwei verschiedenen Tagen auftreten zu lassen, erweist sich als Fehler. Denn als der "metallische" Headliner Heidevolk aus Holland um 15:30 Uhr die Bühne betreten, befinden sich vor dieser gerade einmal geschätzte 60 Leute. Bei einem Tagesticketpreis an der AK von 24,- Euro überlegt man es sich zweimal, dies für eine Metalband auszugeben.


Davon unbeeindruckt zeigen sich aber die Niederländer und zünden ihr musikalisches Feuerwerk auf der Bühne. Dies springt schnell auf die wenigen Fans über. Kein Wunder, den nach dem Intro und Krijgsvolk stimmen die sechs Mannen Saksenland an. Da die Texte allesamt in Holländisch sind, fällt das "Mitsingen" leichter als bei anderen Bands des Genres. Die Versuche von Sänger Mark, die Stimmung mit "Prost" und "Skoll" Rufen noch mehr zu heben, erreichen erst nach Liedern wie Het Wilde Heer oder Het Bier Zal Weer Vloeien ihre Wirkung. Auf der Bühne ist Alkohol ein gern gesehener Gast. Als Gitarrist Sebas die Vodka Flasche kurz vor Ende köpft, ist klar, dass die Band auch nach ihrem Auftritt feiern will. Drei Fans, die sich bereits seit mehreren Liedern Vulgaris Magistralis wünschen, werden dann auch nicht enttäuscht. Es folgt Furor Teutonicus nachdem eigentlich das offizielle Set beendet ist. Man weiß nicht, ob es an dem inzwischen auf ca. 100 Leute angewachsenem Publikum lag, oder einfach an der guten Laune der Band, aber es wird noch Vale Ouwe als Zugabe gespielt. Dass es auch genau in diesem Moment anfängt Seemannstaue zu regenen stört da wenige. Und als Heidevolk ihren Abbau beginnen, trocknet die Sonne die nassen Sachen schon wieder. Musikalisch war die Arbeit an diesem Tag für die Metal Guardian Redaktion beendet. Heidenlaerm (zum Ersten), Down Below, The Moon And The Nightspirit und Cultus Ferox passen nicht zu uns. Also verbringen wir die Zeit lieber mit unseren Freunden von Heidevolk und reden und feiern (meistens uns selbst) bis in die Nacht hinein.



Setlist Heidevolk:


Intro


Krijgsvolk


Saksenland


Walhalla Wacht


Wadan Heerst


Hulde Aan De Kastelein


Koning Radboud


Opstand Der Bataven


Het Wilde Heer


Het Bier Zal Weer Vloeien


Het Gelders Volkslied


Zwaarden Geheven


Vulgaris Magistralis


Furor Teutonicus


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Vale Ouwe




Am Sonntag halten Nidhøgg die Fahne des Metals in den Wind. Leider sind noch weniger Fans vor der Bühne als am Vortag. Leider geht diese Demotivation auf die Band über. Bei einer Spielzeit die um 13:15 Uhr angesetzt ist, ist dies auch nicht verwunderlich. Besucher, die auch gestern anwesend waren fragen sich zum Großteil warum die Vorpommern nicht vor oder nach den Holländern von Heidevolk gespielt haben. Daraus hätten sich viele Vorteile, auch für den Veranstalter ergeben.


Es hat halt nicht sollen sein und die fünf Jungs von der Ostsee präsentieren ihr Set lustloser als normalerweise. Baltic Viking Metal dröhnt über den relativ leeren Platz. Den Zuschauern, die gekommen sind gefällts auf jeden Fall, wenn auch die Stimmung nicht am kochen ist. Und das ist wirklich schade. Vor einem größeren Publikum oder wenigstens in einer kleineren Location wäre der Gig eine ware Freude gewesen. Die treibende Walze von Musik wäre so viel mehr zur Geltung gekommen.


Öfter rutscht einem Techniker der Finger aus und die gesamte Bühne ist im dichten Nebel getaucht. Glücklicherweise halten sich die Verspieler während dieser Wolken in Grenzen.


Bereits im Vorfeld verwunderte die angesetzte Spielzeit von 1 1/2 h. Nach einem Gespräch mit Sänger Heiko fanden wir herraus, dass dies so vom Organisator so geplant wurde. Die Band hatte aber auf Grund der zeitintensiven Albumaufnahmen nur Material für 50 Minuten und noch keine weiteren Titel in Vorbereitung. So zogen sich auch die Pausen zwischen den Songs ein kleinwenig hin, um wenigstens eine gute Stunde zusammen zu bekommen.



Setlist Nidhøgg:


Des Jarls Tod


Till Death we stand


Ravens on the Sky


The Storm of Fimbul


Jomsvikingar


Der Tod des Baldur


Die Saga von Tyr


Siegeszug der Götter




Die weiteren Bands des Sonntags: Heidenlaerm (zum Zweiten und Dritten) und Elane.



Wären die beiden Metalbands nicht auf zwei Tage verteilt gewesen, könnte man sich gut vorstellen, dass die Bühne bei beiden Bands stärker frequentiert worden wäre. Leider verliefen sich so nur wenige in den Berliner Norden und besonders Nidhøgg hatten damit zu kämpfen. Ein Punkt den man nächstes Jahr hoffentlich besser macht.



Trotzdem: Für sein erstes Jahr hat das Mittelalter und Rock Festival eine bunte Mischung präsentiert, die doch einige Besucher anzog. Bei einem besser organisierten Running Order steht einem Besuch im nächsten Jahr nichts entgegen.



dk

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