13.03.10 - Blutsvente Festival im Cassiopeia

Ein kleiner Geheimtipp für alle Grind und Deathmetal Fans ist das Blutsvente Festival, das zum zweiten mal stattgefunden hat, dieses Jahr im berliner Cassiopeia. Zwölf Stunden lang pures Geknüppel, Gegrunze und auch Gegacker. Wer pünktlich aufgestanden ist, guckt sich um 13 Uhr die erste Band COSTA COSANOSTRA an. Das schaffen allerdings recht wenig Zuschauer pünktlich. Bei PIGHEAD sah es dann schon etwas voller aus. Über die Band wurde gesagt, die seien so schlecht, die müsse man sich ansehen. Gesagt getan. Nach zwei Umbaupausen und leider verpassten SEVEN MINUTES OF NEUSEA geht es weiter mit KATATONIE. Angekündigt wurde ihr Stil als Gurgelgrind, die Beschreibung passt ganz gut. Die Band besteht aus drei Sängern, der erste, Daniel, übernimmt die hoch-kreischende Stimme und der zweite, Stefan, ist für die tiefen Parts und Manuel, der das Hühnergegacker übernimmt. Beim Hühnergegacker beweist Manuel Talent, das muss man ihm lassen. Auf jeden Fall eine Band die sehr gut zu dem Festival passt.


Im Anschluss folgen BELLGRAVE aus Berlin, eine Band die man in letzter Zeit etwas häufiger spielen sieht. Vielleicht hat sie deswegen nur sehr wenige Zuschauer angezogen, vielleicht haben sie aber auch einfach nicht so gut ins Billing gepasst. Und so geht es um 16 Uhr weiter mit den nächsten Berlinern, nämlich GOREGAST. Dieses mal nicht mit der üblichen Sängerin, sondern mit Veranstalter und altem Sänger Rico, dem auch das Label F.D.A-Rekotz gehört. Die Band bringt nach dem ernüchternden Auftritt von BELLGRAVE wieder Leben ins Publikum, die Stimmung steigt, in den vorderen Reihen wird sich gekloppt. Wenn man klein ist und nicht ganz vorne steht, sucht man ab und zu nach dem Sänger, der seine Gesangsparts zeitweilig lieber in der Hocke oder im Liegen absolviert. Wer weiß, vielleicht ist das ja ein Geheimrezept für einen guten Auftritt.


Danach ist wieder eine Pause angesagt, die Biergläser müssen nachgefüllt werden, die Geldbeutel und Mägen ebenso. Letzteres ist im oberen Stockwerk möglich, wo es eine exklusive Auswahl an Essen für die veganen Feinschmecker gibt. Gut gestärkt geht es wieder runter zum Konzert, wo SANITYS DAWN ihre Instrumente aufwärmen. Der Sänger ist mehr im Publikum als auf der Bühne, eine kleine Runde im Moshpit darf natürlich auch nicht fehlen. Bei diesem Auftritt bestätigt sich die Vermutung, dass ein Konzert gut wird, wenn der Sänger viel Zeit auf dem Boden verbringt. Bei der Zugabe muss der Sänger erst nach dem Text suchen und hat brav abgelesen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich die Band anzusehen. Nachdem die Oldschool Berliner von ORTH gespielt haben, kommt eines der vielen Highlights des Abends. DEAD aus Nürnberg. Die Band hat den richtigen Platz in der Running Order abbekommen. Die Leute sind gut drauf, aber noch nüchtern genug, um mitzubekommen für wen sie sich eigentlich den Nacken verrenken. Sie klingen mehr nach Death Metal und weniger rotzig. Das gefällt aber vielen und am Ende wird noch einmal nach einer Zugabe gerufen. Es hat funktioniert, das Publikum wird mit einem Zusatzsong belohnt.


Nun kommt die mit Abstand lustigste Band des Abends. ATTACK OF THE MAD AXEMAN. Die Bühne betreten: die schnellste Schnecke der Welt am Schlagzeug, die Hummel am Bass und am geblümten Mikrofon, die Schildkröte am Gesang, sowie die Eule an der Gitarre, die sich, obwohl es eigentlich ihre Tageszeit ist, ein wenig im Hintergrund hielt. Die Band bietet eine Bühnenshow zoologischer Vielfalt und wer kein Tierfreund ist, ist selber Schuld. Auf jeden Fall ein weiteres Highlight dieses Abends und das man nicht verpassen darf. Die vorletzte Band überzeugt weniger durch flauschiges Fell und mächtige Panzer, sondern mit musikalischer Begabgung. BLOODBASTARD waren zwar nicht ganz so schnell und knüppelig wie ihre Vorgänger dafür etwas rhythmischer. Es hat macht Spaß der Band zuzuhören sie beherrschen ihre Instrumente allesamt mit Bravour. Nur bei der Zugabe werden sie sich nicht ganz einig, leider versaut. Alles nicht weiter schlimm, die letzte Band stimmt ihre Gitarren. MUCUPURULENT sind der krönende Abschluss des Abends. Das Publikum gibt noch einmal Gas. Es wird gestagedived und gemosht was das Zeug hält. Am Ende bekommt der Sänger vom NAPALM ENTCHEN Frontman Untestützung. Damit ist auch das Festival zu Ende, wer noch nicht ins Bett will, bleibt für die Aftershowparty.


Zum Schluss kann man sagen, dass sich das Festival mehr als gelohnt hat, der Eintritt war es wert. Wer weiß ob und wo Blutsvente im nächsten Jahr wieder zuschlägt

mh

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