Okt. 10 - Rising Storm - Mit der Heimat im Rücken

Metal Guardian: Mit drei Jahren Bandgeschichte gehört ihr ja eher zu den jüngeren Vertretern, von daher graben wir doch mal ein wenig im Urschleim. Wie seit ihr zum Metal gekommen?


Rising Storm: Kleiner Exkurs durch unsere musikalische Entwicklung von klein über Mittel bis jetzt:


Rolf Zuckowski, Gerhard Schöne, Benjamin Blümchen, Micheal Jackson, Aerosmith, Neil Young, Blood Hound Gang, Red Hot Chilli Peppers, Blink 182, Metallica, Soulfly, Slipknot, (von Karl‘s aus auch noch ganz viel Black Metal dabei, würde aber den Rahmen sprengen), Blind Guardian, Iced Earth, Symphony X, Demons and Wizards -> Rising Storm.


Dies ist nur ein kleiner Überblick über unsere Entwicklung zum Metal und zu unserer Musik ... ;-)


MG: Nun ist Mecklenburg-Vorpommern ja nicht gerade als Power Metal Ecke bekannt. Wie kam es zu der Entscheidung in diese Kerbe zu schlagen?


RS: Nun ja, weil es einfach eine sehr kraftvolle und dennoch zugleich melodische Stilrichtung ist, in der man so viele Themen verarbeiten kann, da man an nichts gebunden ist. Zudem versuchen wir unsere Stücke mit vielen progressive Einflüssen auszuschmücken, um die Lieder noch interessanter zu gestalten.


MG: Gibt es in dieser Hinsicht bestimmte „Vorbilder“?


RS: Oh ja! Die beiden Gruppen, die uns wohl am meisten geprägt haben sind Symphony X und Iced Earth. Wir bewundern ihr Songwriting und die Ausdruckskraft ihrer Lieder. Dennoch wollen wir natürlich unseren eigen Stil kreieren und ausbauen. Sonst hat jeder von uns noch so seine eigenen speziellen Vorbilder und Lieblingskünstler die von Metal über Rock, 80‘s, Ambient, Post-Rock und Klassik gehen.


MG: Dieses Jahr ist nun eure erste EP „Initium“ erschienen, welche durchweg gute Kritiken erhalten hat. Wie steht ihr selbst zu eurem Erstlingswerk?


RS: Man selbst ist ja immer sein größter Kritiker, aber wir finden, dass unsere EP für eine Aufnahme aus unserem Proberaum schon ganz gut geworden ist. Die Aufnahme und das Mastering hat alles unser Gitarrist Tony in die Hand genommen. Wir sind absolut bestrebt das Level von unserer EP noch um einiges zu steigern.


MG: Da der Hunger nun geweckt ist, wann folgt ein komplettes Album?


RS: Wir sind gerade dabei neue Lieder zu schreiben und es sind auch einige schon fast soweit um sie aufzunehmen. Also einen neuen Tonträger wird es nächstes Jahr geben, aber wann dieser erscheinen wird, können wir noch nicht sagen.


MG: Um sich einen Namen zu machen, muss man live spielen. Wo kann man euch demnächst sehen?


RS: In MV haben wir in so gut wie jeder größeren Stadt schon gespielt. Neubrandenburg, Stralsund, Rostock (MAU-Club, JAZ), Schwerin, Wismar ... in einigen dieser Städte auch schon mehrmals. Mittlerweile haben wir es auch schon aus MV raus geschafft. In Berlin hatten wir die Möglichkeit schon einige Male live zu spielen. Unter anderem hatten wir das Glück im August als Support-Band von Lizzy Borden aufzutreten. Dieser Auftritt hat sehr viel Spaß gemacht und wir hatten mal die Möglichkeit eine andere Luft zu riechen, nämlich die einer internationalen Band. Zur Zeit stehen allerdings keine Auftritte an, da wir uns gerade im Songwriting für die neue Platte befinden. Aber falls sich zwischendurch noch ein paar Konzerte ergeben würden, vor allem in der Region Berlin oder irgendwo anders auf der Welt, würden wir natürlich nicht Nein sagen.


MG: Erfolgversprechend sind Aktionen wie Gig-Tausch mit Bands aus anderen Bundesländern. Ist da etwas in Sicht?


RS: Für nächstes Jahr auf jeden Fall. Wir haben eine befreundete Band in Italien und werden demnächst auch die Möglichkeit haben dort zu spielen bzw. sie hoffentlich nach Deutschland zu holen. Mit deutschen Bands haben wir das in Zukunft auch vor.


MG: Was denkt ihr? Wie schwer oder auch leicht ist es heutzutage für eine neue Band sich auf dem Metal-Markt zu etablieren?


RS: Unserer Meinung nach ist es sehr schwer, da der Markt, obwohl er nicht allzu publik ist, doch sehr überfüllt ist. Wie der Spruch schon sagt: „Neue Ideen braucht das Land!“ Und so sehe ich das auch in der Musik. Man muss sich Dinge einfallen lassen, die völlig neu sind, um aufzufallen. Allerdings reicht die ganze Genialität und das ganze Können einer Band nicht aus, wenn man nicht die richtigen Leute kennt, die genügend Beziehungen haben um Einen wiederum an andere Leute zu vermitteln. Alles das ist oftmals viel wichtiger und einflussreicher, als die Musik, um die es eigentlich geht. Oftmals sieht man es ja. Es geht nicht mehr wirklich darum, geht wie gut man spielt, sondern wie gut man sich verkaufen kann (bzw. wie gut man an dir verdienen kann, also von eine Plattenfirma aus gesehen). Du musst einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um dort die richtigen Leute zu treffen...


Siehe das Phänomen Anvil. Diese Jungs haben zur gleichen Zeit angefangen wie Iron Maiden, Motörhead etc. und hatten auch mit diesen Leuten zu tun. Nur sie wurden damals nicht erfolgreich. Aber sie haben trotzdem an ihrer Freundschaft festgehalten und an ihrem Versprechen, nur in dieser Konstellation Metal zu machen. Sie haben sich in riesige Schulden gestürzt, nur um eine CD aufzunehmen. Und nun, wir schreiben das Jahr 2010 und sie sind bekannter denn je! Sie haben einen eigenen Film, der erheblich zu ihrem Erfolg beigetragen hat, und sie haben auf dem W:O:A gespielt. Sie sind zu einem bestimmten Zeitpunkt einfach an die richtigen Menschen geraten.


Und das ist einfach der Punkt. Fazit: Halt einfach immer deine Augen und Ohren offen und sei auch bestrebt, mal hart dafür zu arbeiten! Aber vor allem: Sei immer du selbst und dann wird man schon an die richtigen Leute geraten. Denn nicht jeder der dich „groß“ rausbringt, will auch nur dein Bestes, sondern meistens nur dein Geld. Solche Sachen hab ich schon von manchen Bands gehört mit denen wir zusammen gespielt haben, die selbst bei einer Plattenfirma sind. Also nicht gleich Jedem blind folgen, der mit ein paar Auftritten und Verträgen winkt.


MG: Welche Chance rechnet ihr dem Underground Metal in der Region im Allgemeinen zu?


RS: Also in unserer Heimatstadt Neubrandenburg gibt es viele Underground Gruppen, mit denen haben wir im gleichen Komplex unsere Proberäume und wir sind untereinander auch alle befreundet. Das geile daran ist, in diesem Haus sind ca. 10 Gruppen. Und jede Gruppe macht eine andere Art von Metal oder auch Funk etc. Somit kann man von einem Proberaum in den anderen gehen und hat immer unterschiedliche Musik um die Ohren. Das ist fantastisch. Es ist ja so, überall gründen sich neue Musikgruppen, was ja auch sehr schön ist und immer so sein sollte. Aber viele eifern nur ihren Vorbildern nach und machen oft Musik die es schon gibt. Sie kopieren also nur. Und somit entsteht ein ziemlicher Einheitsbrei. Es gibt wenig Gruppen die mit ihrem Stil herausstechen und somit eine völlig neue Richtung eröffnen. Seinen eigenen Stil zu finden ist natürlich ein Prozess, der eine Weile dauert und es ist ja auch vollkommen legitim sich an anderen Gruppen zu orientieren. Aber es gibt zu viele Gruppen die einfach stagnieren und sich nicht weiterentwickeln. Was für manche aber nicht so schlimm ist, weil man mit ihnen sehr viel Geld verdienen kann. Es gibt genügend Gruppen die beabsichtigt immer im Undergound bleiben wollen, weil das für viele oft auch eine Idee des Kultes darstellt oder sie aus anderen Gründen nicht die dafür entsprechende Zeit besitzen. Ich sehe das so, wenn man genügend gute Ideen hat um seinen eigenen Sound zu kreieren, dann hat man gute Chancen aus dem Underground aufzusteigen und auch deutschlandweit oder auch international zu spielen und erfolgreich zu sein. Vorausgesetzt man will so eine Richtung einschlagen. Hier spielt auch wieder das Thema mit den Beziehungen eine Rolle, wie wir ja bereits festgestellt haben.


MG: Was können wir in näherer Zukunft von euch erwarten?


RS: Noch mehr Power! Noch mehr Progressive! Noch mehr Metal! Noch mehr Gigs! Und bald auch die ersten Rising Storm Shirts... Also schaut mal öfter bei unsere Myspace-Seite vorbei!


MG: Wollt ihr noch was loswerden?


RS: Wir danken dir herzlichst für dieses Interview und wollten noch loswerden, dass unsere EP über unsere Myspace-Seite erhältlich ist oder gleich über die Email-Adresse:


rising-storm@gmx.de


Der Kostenpunkt liegt bei 5€. Über eine halbe Stunde Progressive-Power-Metal aus


Mecklenburg. Viel Spaß damit.



Die Band:


Karl Bormann - Vocals, Bass


Eric Grothkop - Guitar, Backing Vocals


Tony Schumacher - Guitar


Erik Haus - Drums



www.myspace.com/risingstormmv



ds


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